Geschichte

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Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden bereits 1990 in vielen ostdeutschen Gaststätten, Bars und Cafés Billardtische aufgestellt. Auch die zahlreichen neu eröffneten Spielhallen boten Billard in ihren Räumen an. Auf diese Weise erfreute sich dieser Sport immer größer werdender Beliebheit.

So schossen auch in Ballenstedt die Standorte zum Billard spielen wie Pilze aus dem Boden. Mehr und mehr Begeisterte fanden sich zusammen um an den Abenden miteinander zu spielen. Aus Billardzubehörkatalogen wurden Fachbücher bestellt, aus denen Anleitungen zu Stoßtechniken, Körperhaltung und Queueführung aufgesogen wurden. Besonders ambitionierte Spieler legten sich erste eigene Queues zu. Der Billardbazillus hatte zugeschlagen und sorgte für ein rasches Ausbreiten dieser so faszinierenden neuen Sportart.

Im Frühjahr 1992 trafen sich schon ein gutes Dutzend Billardbegeisterter zum regelmäßigen Training im „Haus“. Bei Gastspielen in Aschersleben, Quedlinburg und Wernigerode kamen auch Kontakte zu organisierten Billardsportlern aus den alten Ländern zustande. Bei intensiven Diskussionen reifte allmählich der Gedanke, sich ebenfalls in Vereinen zu organisieren. Wollte man sich in Mannschafts- und Einzelmeisterschaften geordnet vergleichen, mussten Strukturen geschaffen werden. Der erste Schritt dahin war die Gründung von eingetragenen Vereinen.

Die Ballenstedter machten als Erste „Nägel mit Köpfen“. Für den 12.05.1992 wurde zu einer Versammlung eingeladen, um die Gründung eines Billardvereins einzuleiten. Mustersatzungen wurden vorbereitet. Rechtliche Dinge im Vorfeld beleuchtet und Personalvorschläge diskutiert. Nach einer breiten Debatte über Vor- und Nachteile eine Vereinsgründung fanden alle Vorschläge der Gründungskommission eine breite Mehrheit. Die vorbereitete Satzung wurde einstimmig angenommen. Ein erster Vorstand gewählt, und die nun erforderlichen nächsten Schritte eingeleitet. Der PBC Ballenstedt war somit der erste ordentliche Poolbillardverein in den neuen Bundesländern. Andere Gruppierungen sollten schnell folgen.

Im November 1992 wurde endlich alles offiziell.
Unter der Registernummer VR 341 wurde der PBC Ballenstedt 1992 e.V. beim Amtsgericht registriert und beim Kreissportbund Quedlinburg wurden die Ballenstedter herzlich begrüßt.

Die Gründungsmitglieder:

Gerd Steffen

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Rainer Hempelmann

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Bodo Linnekugel

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Jochen Tacken

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ohne Foto

Olaf Böhnstedt
Rudi Engel
Helfried Kobe
Ralf Franke

Noch im Laufe des Jahres 1992 folgten weitere Billardgemeinschaften dem Ballenstedter Beispiel. Nach dem BC Quedlinburg ließen sich BC TOP Aschersleben und PBC Wernigerode als Vereine registrieren. Bald folgten die Billardsportler aus Egeln und Thale. Die Harzregion kann man somit als „Wiege des Poolbillardsportes“ bezeichnen.

Und dies war unser erstes Vereinsemblem:

 

Obwohl im Verlaufe des Jahres 1993 einige Neugründungen von Poolbillardvereinen zu verzeichnen waren, konnte von einem geregelten Spielbetrieb noch lange keine Rede sein. Sportliche Wettbewerbe fanden anfänglich nur auf regional begrenzter Ebene statt.
Ende 1993 wurde immer häufiger der Wunsch nach regelmäßigen Vergleichen auf Ligaebene geäußert. Enrico Wahle, Vorsitzender des inzwischen gegründeten BC TOP Aschersleben ergriff die Initiative und lud alle Interessierten zu einem Gedankenaustausch ein. Es wurde der Beschluss gefasst, einen eigenständigen Landesverband Poolbillard ins Leben zu rufen.

Im Spätsommer 1994 traten mit Aschersleben, Ballenstedt, Egeln, Genthin, Halberstadt, Halle, Magdeburg, Quedlinburg, Stendal und Wernigerode 10 Vereine mit 16 Mannschaften zum Ligaspielbetrieb an. Ballenstedt starte in der Oberliga und behauptete sich am Ende in der Besetzung Böhnstedt, Hempelmann, Steffen und Strauchmann auf dem 3.Platz.

1994 wurde auch ein neues Vereinsemblem an den Verband gemeldet:

Im Frühjahr 1995 wurde das „Haus“, das bis dato unser Vereinsheim und Spielstätte darstellte, umgebaut. Aus einer normalen „Bierkneipe“ sollte eine Disco mit Erlebnisgastronomie werden. Dazu waren grundlegenden bauliche Veränderungen nötig.

In der Folge musste der PBC Ballenstedt für kurze Zeit seine Zelte in der Spielothek „An den Lohden“ aufschlagen. Hier standen dem Verein 4 Billardtische zur Verfügung, die beste Voraussetzungen für Training und Ligaspielbetrieb boten.

Die Spielstätte wurde jedoch als Spielothek eingestuft, sodaß Jugendliche keinen Zutritt hatten. Für den PBC Ballenstedt war Jugendförderung jedoch ein wesendlicher Bestandteil seiner gemeinnützigen Tätigkeit.

Im Herbst erfolgte die Rückkehr ins „Haus“. Hier standen dem Verein nun im Obergeschoss 2 eigene Räume zur Verfügung. Was fehlte, waren die Billardtische, die in dem neuen Betreiberkonzept des „Hauses“ keinen Platz mehr hatten. Jochen Tacken und Wolfgang Reuss übernahmen kurzer Hand die Kosten für 2 gebrauchte 8-Fuß-Tische, und sicherten so den weiteren Spielbetrieb.

Im Winter 2003/2004 zogen dunkle Wolken über den Ballenstedter Billardsportlern auf. Eine existenzbedrohende Krise mußte bewältigt werden. Die Mitgliederzahl des PBC Ballenstedt sank beängstigend. Die berufliche Orientierung einiger Mitglieder Richtung Westdeutschland führte zu rapide sinkenden Beitragseinnahmen. Gleichzeitig wuchsen die Kosten für die Spielstätte ins uferlose. Steigende Energiekosten und geringere Einnahmen bedeuteten eine Schere, die sich immer mehr öffnete.

Die schlechte Wärmedämmung des fast freistehenden Objektes war kurzfristig nicht zu beheben. Die Rücklagen des Vereins waren fast aufgebraucht. Eine schnelle, kostengünstigere Lösung musste gefunden werden.

Eine solche Lösung wurde gefunden. Auf dem „Großen Ziegenberg“ konnten 130 m² kostengünstig angemietet werden. Der Umzug erfolgte im Sommer 2004. Die großzügig bemessenen Räume waren schnell mit Leben gefüllt. Die Mitglieder nahmen die neue Spielstätte begeistert an. Der Ligabetrieb konnte weitergehen und auch das Sommerturnier fand unter bedeutend besseren Bedingungen guten Zuspruch. Eine neue positive Entwicklung des PBC Ballenstedt konnte beginnen.

Die Altersstruktur konnte durch die Integration Jugendlicher und Junioren aus dem Umfeld des Jugendclub „Phönix“ deutlich verbessert werden. Im Dezember 2004 meldete der PBC Ballenstedt 42 aktive und passive Mitglieder an den Kreissportbund und den Billardlandesverband Sachsen-Anhalt und war somit mitgliederstärkster Billardverein im Land.

Im Sommer 2007 mußte die Spielstätte auf dem „Großen Ziegenberg“ aufgegeben werden, weil das Objekt von Anfang an unter Insolvenzverwaltung stand und der Mietvertrag nur immer um 1 Jahr verlängert wurde. Da wir die letzten verbliebenen Mieter dieses riesigen Objektes waren, wurde zum Winter 2005/06 die zentrale Heizversorgung eingestellt. Keine Heizung, kein Wasser und dann ab Sommer 2007 auch noch kein Strom zwang uns zum Umzug.

Überraschend schnell fanden wir in der Bikerpension an den Gegensteinen eine neue Bleibe. Dessen Betreiber stellte allerdings im Laufe der Zeit immer neue Forderungen an uns ohne dabei seine eigenen, vertraglich vereinbarten Verpfichtungen zu erfüllen. Auf Dauer war ein harmonisches Miteinander nicht mehr möglich und wir beschlossen auf einer Mitgliederversammlung im Februar 2009 erneut unseren Spielstandort zu wechseln. Mit großem körperlichen, zeitlichen und finanziellen Aufwand konnte die neue Spielstätte am Ostbahnhof innerhalb von nur drei Monaten saniert und eingerichtet werden, sodaß pünktlich am 08.08.2009 der 9-Ball Team-Cup in den neuen Räumen gespielt werden konnte.

Stand: 11.08.2009